Ein wenig Historie zu aktuellen Steuerarten

Schon in Ägypten im 3. Jahrhundert vor Christus wurde der sogenannte Nilzoll und die Erntesteuer zur Erzielung von Einnahmen erhoben. Im frühen Altertum kannte man Abgaben und Steuern unter den Namen Tribut, Zehnt oder Zoll.

 

Wir wollen uns in unserem Newsletter im Monat Oktober einmal mit der Historie einiger ausgewählter Steuerarten beschäftigen.

 

Erbschaftsteuer

 

Die Erbschaftsteuer ist wohl die älteste aktuelle Steuer überhaupt. Schon die alten Ägypter kannten sie vor unserer Zeitrechnung.

 

Im Römischen Imperium führte Kaiser Augustus 6 n. Chr. mit der Lex Iulia de vicesima hereditatium eine Erbschaftsteuer von 5 % ein. Grund war die Unterhaltung des Militärs. Um die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer kontrollieren zu können, wurde auch ein Verfahren zur Testaments-Eröffnung vorgeschrieben, bei dem die Wirksamkeit des Testaments nachgewiesen werden musste.

 

Über die italienischen Stadtstaaten (14. Jh.) und die Niederlande (16. Jh.) breitete sich die Erbschaftsteuer dann auf ganz Europa aus.

 

Preußen erlies 1873 ein Erbschaftsteuergesetz, das den übrigen deutschen Ländern als Muster diente.

 

1906 führte die Reichsregierung die Erbschaftsteuer auf Reichsebene ein - in erster Linie, um die Aufrüstung des Kaiserreichs zu finanzieren.

 

Umsatzsteuer

 

1916 führte das Deutsche Reich eine Stempelsteuer auf Warenlieferungen ein, 1918 die Allphasen-Bruttoumsatzsteuer. Der ursprüngliche Steuersatz von 0,5 Prozent stieg nach wiederholten Änderungen 1935 auf 2 Prozent, 1946 auf 3 Prozent und 1951 auf 4 Prozent an. Dieses System wurde bis Ende 1967 beibehalten. In dem Jahr erfolgte dann der Übergang zum heutigen Mehrwertsteuersystem.

 

Das Grundgesetz regelt die Verteilung der Steuer. Zunächst dem Bund zugewiesen, steht die Umsatzsteuer seit dem Finanzreformgesetz von 1969 als Gemeinschaftssteuer Bund und Ländern zu, ihre Anteile werden durch Bundesgesetz mit Zustimmung des Bundesrates festgesetzt. Seit 1998 werden auch die Gemeinden an den Einnahmen beteiligt.

 

Seit 2007 beträgt der Regelsteuersatz 19 Prozent.

 

KFZ-Steuer

 

Die früheste Form dieser Steuer dürften wohl die Wege- und Brückenzölle gewesen sein.

Erwähnenswert sind in diesem Rahmen auch die Luxusbesteuerung auf Pferde sowie die Karossensteuer im 17. Jahrhundert, Chausseegelder im 19. Jahrhundert sowie Pflasterzölle, die bis ins 20. Jahrhundert hinein erhoben wurden.

Die eigentliche KFZ-Steuer wurde naturgemäß erst kurz nach Erfindung dieses Fortbewegungsmittels Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Zunächst mussten für Fahrzeuge stempelpflichtige Erlaubniskarten gelöst werden. 1922 wurde ein modernes Kraftfahrzeugsteuergesetz geschaffen, welches den Ertrag dieser Steuer zur Hälfte dem Bund und zur Hälfte den Ländern zuwies. 1949 wurde diese Steuer den Ländern überlassen.

 

Gewerbesteuer

 

In den mittelalterlichen Städten Deutschlands wurden die ersten Gewerbeabgaben eingeführt, z.B. als Marktgelder, Aufschläge auf Handelswaren oder Sondersteuern für bestimmte Gewerbetreibende. Die Gewerbesteuer wurde in Deutschland 1891 eingeführt. 1978 wurde die Lohnsummensteuer (damaliger Bestandteil der Gewerbesteuer) abgeschafft, 1998 die Gewerbekapitalsteuer. Heute existiert noch die Gewerbeertragsteuer, die für die Gemeinden die wichtigste originäre Einnahmequelle darstellt.

Energiesteuer

 

Am 1.8. 2006 trat das Gesetz zur Neuregelung der Besteuerung von Energieerzeugnissen und zur Änderung des Stromsteuergesetzes (Energiesteuergesetz) in Kraft. Es fasst die verschiedenen Gesetze (Mineralölsteuergesetz, Stromsteuergesetz usw.) zusammen. Die bis dahin geltenden Regelsteuersätze für die verschiedenen Energieträger änderten sich dabei nicht. So liegt die Steuer auf Benzin seit 1.1. 2003 bei 65,45 Cent je Liter, auf Diesel bei 47,04 Cent je Liter, auf leichtem Heizöl bei 61,45 Cent je Liter. Steuerlich gefördert werden u.a. Biokraftstoffe; steuerlich besonders entlastet wird die Land- und Forstwirtschaft bei der Verwendung von Dieselkraftstoff (Agrardiesel) sowie der öffentliche Personennahverkehr.

 

Durch die Erhebung von Ökosteuern sollten umweltschädigende Aktivitäten (z.B. Autofahren) finanziell belastet und Anreize zum schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen (z.B. Erdöl) gesetzt werden. Außerdem wurden die Einnahmen aus den Ökosteuern zur Finanzierung einer Senkung der Rentenversicherungsbeiträge genutzt.